April update

Derzeit fliegt die Zeit gefühlt nur so an mir vorbei. Zack, auf einmal ist sowas wie Sommer und die Wintermäntel können wieder eingemottet werden bis nächstes Jahr und der Balkon erblüht wieder. Und ich mache das, was alle normalen Menschen bei 28 Grad und strahlendem Sonnenschein machen – aufm Sofa sitzen und lesen. Bzw. grade sogar mal draußen sitzen und einen überfälligen Blogpost schreiben.

Anfang des Monats war ich mir einem Kollegen plus Partnerin im Freilichtmuseum Kommern um mir die Sonderausstellung zum historischen Jahrmarkt anzuschauen. Tatsächlich hat mich mein Vater in der dunkelsten Pubertät schon mal in das Museum gezogen und ich hätte nie erwartet, dass ich dort freiwillig nochmal hinfahre. Auf den gleichen Gedanken kamen wohl auch noch jede Menge andere Menschen an dem Wochenende, das Museum war wirklich sehr voll. Dabei konnte man neben historischer Architektur auch wunderbar Anthropologie betreiben, über ältere Deutsche – die Farbe ihrer Kleidung (beige bis grau, bei Damen gerne mit Strasssteinchen) und Frisuren (Schlagwort “pfiffiger Kurzhaarschnitt”) und ich lernte, dass “wir Deutschen” zur Verabschiedung gerne umarmen und “den Scheibenwischer” machen. Wieder was gelernt. Das Museum selbst ist auch sehr schön und vor allem weitläufig. Ich fühlte mich ein bisschen alleine gelassen, es wurde nicht viel eingeordnet und entweder erreichte mich das museumspädagogische Konzept nicht so ganz oder es gibt keins. (Ha! Typisch deutsch, direkt mal was zum meckern finden!) Dafür finde ich den neuen, zeitgeschichtlichen Teil des Museums super. Es gibt eine Kneipe/Gastwirtschaft/Metzgerei aus dem Ruhrgebiet, stilecht mit braun-grünen Toiletten (mit Aschenbechern neben dem Pissoir!) und Spielautomaten neben der Tür. Dort gab es auch authentischen Stammtischtalk, allerdings leider nicht von Schauspielern sondern Museumsbesuchern… Außerdem ist ein Bungalow aus den 60ern ausgestellt, in dem ich direkt mal meinen Mixer und meine Handtücher wiederfand sowie die Türklinken, die meine Oma hatte. Mein Highlight war aber das Quelle Fertighaus. Mal von den Materialien und dem Bad ohne Tageslicht abgesehen: So ein toll geplantes Haus mit tollen Sichtachsen. Würde ich sofort reinziehen. Vintage Fertighäuser an Hipster und Yuppies verkaufen – vielleicht ein neuer Karrierepfad für mich? Wenn das mit dem cybern nicht mehr läuft ein solider Plan B.

Weitere Kultur gibts auf dem Balkon: Die Möhrchen wachsen langsam, die Sonnenblumen und der Salat sind auch munter am sprießen und meine online bestellte Rose, um die ich mich erst sehr sorgte weil sie hier absolut kleingeschnibbelt landete, scheint ihr neues Heim zu mögen. Und ja, ich habe eine Rose online gekauft und das fühlte sich genau so seltsam an wie es klingt. Die Beschreibung des Duftes, zwischen “Lemongras”, “reife Banane” und “feuchter Regenwald”, klang allerdings so absurd, dass ich nicht nein sagen konnte. Der seltsame Kaktus, der nicht eingehen möchte trotz meiner Pflege, hat auch schon die ersten Blüten (was auch wirklich das einzig schöne an dem Teil ist), genau wie die Erdbeeren.

Auch so war der Monat gefühlt recht voll, sodass ich vor lauter Freizeitstress nicht zu viel gekommen bin und nun an meinem ersten “freien” Wochenende jede Menge Wäsche und Putzen vor mir habe. Mal sehen wie sauber es dann heute Abend hier wirklich ist (These: nicht so sehr viel mehr als am Freitag).

Außerdem muss noch Urlaub geplant und verplant werden, das ist Stresstechnisch auch nicht zu unterschätzen. Ist ja super, dass man online so viele Angebote finden kann – überfordert mich aber massiv. Außerdem ist Urlaub Anfang Juli an einem Ort, wo ich noch nicht schmelze, auch nicht so leicht zu finden. Ich lernte von letztem Jahr, Mitte Juli in Italien (nicht meine Idee!) Aus Spaß guckte ich tatsächlich schon nach Cluburlaub – ab ins Hotel und eine Woche lang nur am Buffet vollfressen und dem deutschen Mittelstandsbürgertum frönen – aber da sind vermutlich viele Familien und viele Kinder und Poolanimationen mit Clubtänzen und irgendwie bring ich es nicht übers Herz. Man wird mich dann also doch nicht auf dem Tennisplatz des nächstbesten Robinson Clubs antreffen. Was mich selbstbildtechnisch auch etwas beruhigt. Beige Strasssteinoberteile und pfiffige Kurzhaarschnitte müssen wohl also doch noch etwas warten…

Erstmal gehts auch noch in die USA, denn dieses Jahr ist internationaler Hochzeitsmarathon. 4 Stück in 6 Wochen, das wird noch heiter. Die Flüge sind schon gebucht, der Visa Waiver ist angemeldet (die Seite ist eine Katastrophe!). Demnächst kommen dann noch Mietwagen und innerländische Flüge und Hotels… Urlaubsstress, ey! Die Aussicht aufs Autofahren in den USA macht mich auch noch etwas irre, Automatik ist nicht so mein Ding (wie ich damals fast den Dienstwagen meines Vaters bei der Rückgabe im Werk gegen die Wand setzte…) und die haben seltsame Regeln, man darf überall überholen aber nicht normal schnell fahren… das wird noch super. Immerhin gehts mit dem Auto nur in den Mittleren Westen, da kann man die (rare) Zivilisation noch ganz gut umfahren.

 

Kultur: läuft mega.

Bloggen: läuft naja.

Bot: …

Gebuchte Urlaube: 0,5/vermutlich 3

Gerauchte Zigaretten im April: 1, Stand 2017: 3. Zumindest das funktioniert!

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